Zeugnisse
Zeugnisse von Betroffenen

Ich erfuhr im Oktober 2007 von meiner Schwangerschaft. Ich habe bereits eine kleine Tochter, zwei Jahre ist sie alt. Ich habe mich, obwohl es nicht geplant war, sehr gefreut auf das Baby. Als ich meinem damaligen Freund von der Schwangerschaft erzählte, machte er mir gleich klar, dass er mich dann mit den zwei Kindern alleine lassen würde ... Ich war alleine, Tag ein Tag aus mit dem Gedanken zwei Kinder völlig alleine zu erziehen. Aber ich wollte das schaffen!! Hätte ich gewusst, was ich heute weiß!!
Mir kamen die dümmsten Gedanken, wie soll ich eine gute Mutter sein, wie soll ich das alles schaffen? Ich habe mich dann doch für eine Abtreibung entschieden.
Es war grausam. Ich wollte im letzten Moment noch vom Stuhl hüpfen, aber die Narkose wirkte bereits und ich konnte mich nicht mehr mitteilen.
Als ich wach wurde, fing mein neues Leben an. Aber es ist ein Leben, das ich nicht mal meinem schlimmsten Feind wünsche. Albträume quälen mich manchmal und ich bereue zutiefst diese Entscheidung. Ich kann das nie wieder gut machen, egal was ich tue.
Dass ich mich so beeinflussen lassen habe, dass jemand es geschafft hat, mich so im Stich zu lassen und damit den Tod meines Kindes in Kauf genommen hat!
Liebe Mamis, macht es nicht! Ihr schafft es auch ohne Mann und ohne Geld!
Jasmin, Quelle: http://www.pro-leben.de
Sandra: Ich wache auf und der Schmerz zerreißt mir das Herz
Vor lauter Tränen kann ich gar nicht richtig schreiben. Mein Sohn oder meine Tochter wäre heute zwei Monate und sieben Tage alt, wenn mein Freund nicht immer wieder auf mich eingeredet hätte: „Wir sind zu jung, können dem Kind keine Zukunft geben, bla, bla, bla.“ Dass es mein Herz ist, welches immer zerspringt, wenn ich ein Baby sehe, ist ihm egal. Zwei Monate, nachdem die Schwangerschaft abgebrochen worden ist, hat er sich von mir getrennt. Er hat gesagt, wann immer ich über unseren kleinen Engel reden muss, soll ich ihn anrufen. Ich wollte so oft reden.
Ich bin nachts Schweiß gebadet aufgewacht und habe geweint und geweint und geweint. Die Träume, so real. Ich bin im Krankenhaus und gebäre mein Kind, habe es im Arm, küsse es und die kleine Hand umfasst meinen Finger. Ich bin so glücklich, könnte die ganze Welt umarmen...
Doch dann wache ich auf und der Schmerz zerreißt mir das Herz. Was habe ich getan??? Es tut so weh.
Sandra, September 2004, Quelle: http://www.meinbaby.info

Wie beginnt man über etwas zu schreiben, was man 20 Jahre verdrängt hat? ...
Damals war ich gerade 14 Jahre alt. Ich hatte einen Freund, er war 18 Jahre alt und wir waren schon eineinhalb Jahre zusammen. Es war für mich das erste Mal und wir verhüteten mit Kondom. Es ist aber gerissen und ich wurde schwanger. Als ich es bemerkte, war ich bereits in der 6.Woche. Ich war völlig geschockt ... Der Arzt, der die Schwangerschaft feststellte, wollte sofort einen Termin zum Abbruch machen, ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschah ... Der Arzt erklärte mir, dass es noch kein Leben sei. Es wäre praktisch ein Fleischklumpen und hätte auch noch kein Herz. Er setzte mich sehr unter Druck und sagte, wenn ich eine Abtreibung machen lasse, dann gefälligst bei ihm. Ich rannte raus und war völlig verzweifelt. Mein Freund sagte auch, das Kind müsse weg. Meinen Eltern konnte ich es nicht sagen und so ging ich zu Pro Familia.
Ich machte dann unter all diesem Druck einen Termin in einer Abtreibungsklinik aus, in der einzigen Klinik in Deutschland, wo das ohne Einwilligung der Eltern gemacht wurde. Inzwischen war ich in der 12. Woche und konnte nicht länger warten. Man erklärte mir, dass es ein harmloser Eingriff sei und nicht wehtat. Als ich dran kam, ging es mir sehr schlecht, ich spürte dass es nicht richtig war, aber ich konnte nicht mehr zurück.
Der Eingriff war heftig, man riss mir mein Kind aus dem Leib, mein Bauch zog sich bei jedem Saugen zusammen. Es war der Horror, ich wollte nur, dass es aufhörte. Als es vorbei war, drückte man mir einen Keks und einen Tee in die Hand und ließ mich alleine mit anderen Frauen, die es auch hinter sich hatten. Ich war nur am Weinen. Ich fühlte mich so leer, es fehlte ein Teil von mir. Eine Studentin, die auch abgetrieben hatte, tröstete mich und wäre sie nicht gewesen, ich glaub, ich wäre unter das nächste Auto gelaufen.
Als ich zurückkam, fragte mein Freund nur: „Und, ist es weg?“ Ich beendete die Beziehung. Ich wollte ihn nie wieder sehen, weil er mich und unser Kind im Stich gelassen hatte ...
Heute habe ich 3 Kinder und ich liebe sie über alles. Aber eines wird immer fehlen. Bei der letzten Schwangerschaft (ein Nachzügler) waren die Ultraschallgeräte schon so gut entwickelt, dass ich schon in der 6. Woche das Herzchen pochen sah. Mein Baby flitzte hin und her. Damals konnte ich aber nichts erkennen, sonst hätte ich bemerkt, dass der Arzt nicht die Wahrheit sagte...
Miriam, Oktober 2004, Quelle: http://www.meinbaby.info
Jacqueline: Wir können keine Kinder bekommen
Ich wollte nicht abtreiben, jedoch wollte es der Vater. Heute bereue ich es. Ich habe es getan, weil wir uns kaum kannten, und weil wir uns nicht liebten. Er wollte prinzipiell kein Kind, und ich war noch in der Ausbildung, meine Eltern hätten mich nicht unterstützt. Ich hätte das Kind nicht allein großziehen können, das dachte ich jedenfalls. Mein Partner hat mich nach der Abtreibung zwar unterstützt, doch ich war fertig, ich brauchte eine Therapie. Ich würde so etwas nie wieder machen.
Heute habe ich einen Partner, der mich liebt, aber wir können keine Kinder bekommen. Durch meine Abtreibung wurde soviel beschädigt, dass es für uns keine Kinder mehr geben wird.
Jacqueline, Juni 2005, Quelle: http://www.meinbaby.info

Ich bin erst 15 und habe bereits einen Abbruch hinter mir. Obwohl ich mein Kind wollte und bereits Muttergefühle empfand, musste ich es abtreiben. Meine Mutter ließ mir keine andere Wahl. Die Eltern meines Freundes sagten mir, dass sie mich unterstützen würden, doch ich hatte Angst und war dumm. Also ließ ich es nach dem zweiten Termin geschehen. Ich trauere um mein Kind, das ich nicht bekommen konnte, weil ich feige war und weil ich nicht Schande über meine Familie bringen wollte. Es war ja mein Fehler nicht verhütet zu haben.
Ich leide darunter und kann mit niemanden darüber reden, weil mich keiner versteht. Keiner weiß, wie sehr ich mein Kind geliebt habe und immer noch liebe. Keiner weiß, wie weh es tut, dass es nicht mehr lebt. Keiner weiß, wie schlimm diese Albträume sind, die mich verfolgen! Ich kann nicht mehr. Ich kann ohne mein Kind nicht mehr leben.
Es tut weh. Oft frage ich mich, wie es am leichtesten geht, sich selber umzubringen. Jede Nacht bete und flehe ich Gott an, mich zu erlösen, doch nichts passiert. Ich kann auch nicht mehr warten bis ich älter bin und dann schwanger werde ... Jeder Tag ist für mich die reine Qual, weil ich weiß, dass mein Kind tot ist und ich lebe...
Anonym, März 2005, Quelle: http://www.meinbaby.info
Anna: Drückt eure Babys von mir, es tut mir leid
Ich bin an einem Freitag im August ins Krankenhaus gefahren und wurde wieder heimgeschickt, weil ich einfach so aufgelöst war und nur noch geheult und gezittert habe. Ich war so glücklich, als ich aus dem Krankenhaus wieder draußen war, ohne es gemacht zu haben!
Meine Mutter fuhr mich am Montag darauf noch einmal in die Klinik ... ja und dann ging alles ganz schnell. Ich musste mich nackt ausziehen und mir einen Kittel überziehen, der nur am Hals hinten mit einem Bändchen zugeschnürt war ... Ich kam mir total unwohl vor. Ich bin dann erst noch mal aufs Klo gegangen und hab mich übergeben. Ich war so fertig ... und traurig. Ich wollte nur noch wegrennen, selbst mit Kittel an. Die Betreuerin hat mich dann aber aus der Toilette geholt und ich musste mich auf ein Bett legen, wo ich eine Spritze bekam, und so eine Kanüle hatte ich im Arm. Sie haben mir dann erst mal, weil ich so aufgelöst war, Beruhigungsmittel eingespritzt. Nach ein paar Minuten wurde ich dann in den OP gebracht, ich musste mich auf einen Stuhl legen und mir wurden meine Beine und meine Arme festgeschnallt ... mit so Gürtel ... da lag ich dann also ... mir liefen die Tränen runter und ich lag festgeschnallt auf diesem Frauenarztstuhl mit nur einem Kittel an und wartete darauf, dass der Narkosearzt mir endlich die Spritze gab, dass ich endlich schlafen würde... Ich konnte eh nichts mehr machen oder sagen, wegen den Beruhigungsmittel, außer dass mir Tränen runter liefen... Ich hab dann erst eine Spritze bekommen und etwas später dann noch eine, ich weiß nicht warum.
Aufgewacht bin ich in diesem Raum, wo ich am Anfang schon war ... Ich lag dort ca. zweieinhalb Stunden und hab Tee und Wasser bekommen und Infusionen von Schmerzmittel ... Die Frau war schon nett, die hat mich sehr getröstet. Sie hat mich dann später aufs Klo gebracht, wo ich Urin ablassen musste ... aber da kam nur Blut raus, und wie viel! Da habe ich dann erst mal geschrieen. Da kam sie rein und meinte aber, dass das normal sei...
Es war einfach grauenhaft. Ich kam mir vor, wie bei einem Schlachter. Ich bereue es zutiefst und denke jeden Tag an mein Baby. Ich wünschte so sehr, dass ich es nicht gemacht hätte. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass ich es schaffen hätte können - ich hätte auch alles aufgegeben, aber diese Einsicht kommt leider zu spät.
Bitte! Egal wer auch nur im Entferntesten daran denkt, eine Abtreibung zu machen – es ist eine Qual ... davor - währenddessen - und vor allem danach!
Drückt eure Babys von mir. Es tut mir leid. Anna
Anna, August 2005, Quelle: http://www.meinbaby.info
Lina (36): Gezwungen zur Abtreibung
Ich war gerade 16 Jahre alt geworden, als ich zum völligen Entsetzen meiner Eltern schwanger wurde. Selbst fand ich das alles gar nicht so schlimm. Für mich war klar, dieses Kind kommt auf die Welt.
Der werdende Vater freute sich ebenfalls wahnsinnig auf das Kind. Doch ich hatte nicht mit meinen Eltern gerechnet. Kurzum machte mir meine Mutter einen Strich durch meine schön erstellte Rechnung.
Sie brachte mich zum Arzt zwecks Untersuchung. Ich bekam meinen Mutterpass und wurde nach draußen geschickt. Nach einer Weile kam auch meine Mutter nach. Ich solle mir das überlegen mit dem Kinderkriegen, meinte meine Mutter. Ins Krankenhaus sollte ich wegen der Voruntersuchung zur Abtreibung, ich könnte es mir ja im Krankenhaus selber noch einmal überlegen. Ich ging hin, obwohl ich es nicht wollte. Doch gegen meine Mutter kommt niemand an. Ich bekam ein Bett zugewiesen - auf der Neugeborenenstation. Ich wurde abgeholt. Wie betäubt saß ich da. Um mich herum realisierte ich erst alles, als wäre ich gar nicht anwesend. Mit meinem Bett wurde ich davongefahren. Kaum waren wir um die Ecke, fing ich an zu schreien. Ich wollte runter von der Liege. Eine völlig entnervte Schwester hat ihre Kollegin gefragt: "Hat denn der Niemand Tabletten gegeben?". Im Nachhinein vermute ich einmal zur Beruhigung. Sie hielten mich einfach kurzerhand fest. Im OP selber schrie ich, dass ich das nicht will. Ein wiederum entnervter Arzt meinte lapidar "was für ein Geschrei". Dann wurde mir schon die Maske aufs Gesicht gedrückt. Kurz darauf begann mein Widerstand zu erlahmen. Als ich wieder aufwachte, war ich wieder auf der Neugeborenenstation, mit glücklichen Frauen und glucksenden Babys. Meine Mutter holte mich ein paar Stunden später wieder ab und meinte, ich solle mich nicht so anstellen, vom logischen Standpunkt her wäre es das Beste gewesen.
Ich glaube, ich weiß, warum sie das gemacht hat. Ich bin ein Adoptivkind. Sie selbst hat niemals ein Kind zur Welt gebracht. Sie weiß nicht, was es heißt ...
Dem werdenden Vater erzählte ich, ich hätte das Baby leider verloren und brach jeglichen Kontakt ab. Danach versuchte ich ein paar Mal, mir das Leben zu nehmen. Jeden Tag meines verdammten Lebens denke ich an diesen einen Tag. Jeden Tag mache ich mir den Vorwurf ins Krankenhaus mitgefahren zu sein. Später bekam ich dann noch vier Kinder - Buben. Bei jedem Kind sagte meine Mutter, ich solle es nicht bekommen. Mein Baby damals wäre ein Mädchen gewesen ...
Vor vier Jahren ... wurde ich frisch geschieden von einem sterilisierten Mann schwanger. Als er erfuhr, dass ich schwanger war, trennte er sich sofort von mir. Was soll’s, dachte ich mir, wo vier Kinder aufwachsen, wachsen auch fünf auf. Und ich bekam das Kind. Trotz erheblicher Schwierigkeiten während der Schwangerschaft sowohl für mich als auch fürs Kind ... Mit einer Schwangerschaftsvergiftung kam ich ins Krankenhaus. Das Kind musste so schnell wie möglich geholt werden. Zufällig (?) war an diesem Tag meine Mutter da. Sie fuhr mich ins Krankenhaus. Wie vor 16 Jahren. Schnell ging’s in den Kreissaal. Das Baby wurde geholt. Es war ein Mädchen. Meine Mutter war dabei. Es mag sich abartig bescheuert anhören, aber ich sah dieses Kind und wusste, dass mein Baby von damals jetzt endlich bei mir sein durfte...
Meine Kleine ist jetzt übrigens vier Jahre alt. Ich selbst habe es mir bis heute mit meinen 36 Jahren immer noch nicht verziehen, dass ich mich damals auf die Abtreibung eingelassen habe.
Lina, Mai 2005, Quelle: http://www.meinbaby.info
Sandra (24): Er zeigte mir das kleine Wesen. So groß wie mein Mittelfinger
Ich war 16 und schwanger. Natürlich ungewollt. Aber ich wollte das Kind bekommen. Doch meine Meinung interessierte keinen. Jeder hat gesagt, ich soll das Kind abtreiben. Warum? Ich sei noch zu jung, meinten sie. Also ließ ich mich dazu überreden.
Ich war sehr aufgeregt und wollte, dass es schnell geht. Am liebsten wäre ich abgehauen. Einfach weg und das Kind zur Welt bringen. Aber das wollte keiner.
Nach der Abtreibung zeigte man mir das kleine Wesen. So groß wie mein Mittelfinger. Mein erster Gedanke war: "Oh mein Gott, hätte ich es doch nicht getan!" Ich habe noch heute das Bild vor Augen, wie das kleine Wesen auf der Hand des Arztes versucht zu überleben aber zu schwach ist, wie im Albtraum. Immer wieder sehe ich es.
Inzwischen habe ich zwei Kinder und bin 24 Jahre alt. Ich bereue, dass ich das Kind abgetrieben habe. Nein, nie wieder werde ich so etwas tun! Und ich rate allen, die abtreiben wollen, ihre Entscheidung zu überdenken...
Es gibt noch andere Möglichkeiten, wie die Adoption.
Sandra, Februar 2005, Quelle: http://www.meinbaby.info
Michaela: Es gibt zwei Tage in meinem Leben
Es gibt zwei Tage in meinem Leben, an denen ich mich in meiner Wohnung einsperren möchte und auch nicht mehr raus will: der Tag, an dem ich mein Kind abtreiben ließ, und der Tag des Geburtstermins.
Es fing vor knapp zweieinhalb Jahren an. Ich lernte einen netten Mann kennen, so dachte ich damals. Wir gingen durch dick und dünn und nach einigen Monaten wurde ich schwanger. Damals hatte ich einen Infekt und musste Medikamente nehmen, aber da ich schon zwei gesunde Jungs hatte, machte ich mir keine Sorgen und freute mich auf das Baby.
Nur mein Partner war da ganz anderer Meinung und verlangte von mir, dass ich es abtreiben lasse. In einer Trotzphase sagte ich ihm: OK, du bist weg und das Kind auch.
Ich schmiss ihn aus meiner Wohnung und blieb mit meinen Sorgen und dem ungeborenen Baby alleine. Ich wusste, dass ich das auch schaffen kann... Ich überlegte tagelang, was das Beste wäre, ich wusste es nicht.
Ich entschloss mich abzutreiben. Nachdem ich alle Formalitäten erledigt hatte, bekam ich den Termin im Krankenhaus. Ich war nervös und wollte einfach nur sterben. Ich kam in den OP und es wurde alles vorbereitet. Keine der Schwestern oder Ärzte sprachen mir Mut zu oder fragten auch nur, warum ich es tat. Ich wurde behandelt wie Schlachtvieh und als ich dann wieder aufwachte, merkte ich den Schmerz. Nein, nicht den körperlichen, sondern den seelischen Schmerz. Wie er mich von Stunde zu Stunde mehr auffraß. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Abtreibung. Du zerstörst im Endeffekt zwei Leben, das des Kindes und dein eigenes. Du wirst nie wieder in deinem Leben vergessen, was du getan hast. Es wird dich immer verfolgen und dich nicht loslassen. Man sieht auf der Strasse schwangere Frauen oder glückliche treusorgende Eltern mit Kinderwagen. Es ist immer zugegen.
Wenn ich könnte, würde ich die Uhr zurück stellen und dieses Baby bekommen. Und eines weiß ich: Mein Leben wird nie wieder so sein, wie es mal war.
Egal, in welcher Situation man sich befindet, es ist kein Grund zur Abtreibung. Alles ist zu schaffen!
Michaela, Dezember 2004, Quelle: http://www.meinbaby.info
Ilse: Ich feiere den Geburtstag meines dritten Kindes und bin unendlich traurig
Ich hatte schon zwei Kinder. Meine Ehe war in einer tiefen Krise, die Scheidung wahrscheinlich. Dann war ich zum dritten Mal schwanger. Meine Gedanken: „Wie kann ich das allein mit drei Kindern schaffen? Mit zwei vielleicht, aber mit drei schaffe ich es nicht.“ In der fünften oder sechsten Woche ließ ich eine Abtreibung machen.
Heute denke ich, jetzt wäre mein Kind acht Jahre. Jedes Jahr denke ich um die Zeit des errechneten Geburtstermins daran. Jedes Jahr feiere ich den Geburtstag meines dritten Kindes und bin unendlich traurig – ich hätte doch so gerne immer drei Kinder gehabt. Es tut mir unendlich leid.
Ilse, Juni 2008, Quelle: http://www.meinbaby.info
Monique: Ich wäre eine gute Mutter gewesen, voller Liebe für ihr Kind
Es ist jetzt fast ein Jahr her seit meiner Abtreibung, aber vergessen werde ich sie wohl nie können. Ich war im dritten Monat und hatte mich schon fast entschieden mein Kind zu bekommen ... Aber der Druck war zu groß. Meine Mutter, meine Brüder, sogar mein Freund redeten auf mich ein. Ich habe nur noch geweint, hatte Angst, dass mein Freund mich verlassen könnte, dass ich dann ganz alleine dastehen würde.
In dieser Zeit völliger Hilflosigkeit, wo ich meinen Freund so sehr gebraucht hätte, behandelte er mich wie ein Monster: keine lieben Worte, keine Zärtlichkeit, keine Zuneigung. Es war wie eine stumme Drohung ... bis ich mich für den Abbruch entschied. Plötzlich war er wieder da. Er nahm mich in den Arm und begleitete mich zu allen Arztterminen.
Nun war der Tag gekommen, der Tag X. Der Tag, an dem ich das Kind tötete, das ich heute so sehr liebe. Ich saß in diesem sterilen weißen Warteraum, mein Schatz neben mir, der mir die ganze Zeit über die Hand tätschelte.
Ich wurde aufgerufen, ging zum Arzt hinein und unterschrieb die Bestätigung, dass ich den Abbruch wirklich möchte. Aber in meinen Kopf hörte ich die ganze Zeit Stimmen, die sagten: Tu es nicht. Es wird dir nicht gut tun! Das ist keine Lösung! Und ich habe es doch getan...
Ich habe mir diesen Krankenhaus-Kittel angezogen, die Tablette gegen Schmerzen genommen... Und dann... Ich schloss die Augen, machte sie wieder auf und sah das Bild, das mich bis heute noch verfolgt, in meinen Träumen. Ich sah den ganzen Raum voller Blut, Ärmchen und Beinchen und kleiner Babys, die am sterben waren. Ihre Gesichter und ihre Augen, die um Gnade flehten.
Es ist vielleicht krank, aber ich rede noch heute mit meinem Baby. Flehe selber, dass es mir verzeihen kann. Ich würde niemals wieder abtreiben, niemals mehr solche Schmerzen erleiden. Denn heute weiß ich, dass ich es geschafft hätte! Und ich wäre eine gute Mutter gewesen, voller Liebe für ihr Kind!
Monique, November 2003, Quelle: http://www.meinbaby.info
Aline: Ich habe das Gefühl, dass alle Babys mich böse angucken
Ich heiße Aline, bin 23 Jahre alt und habe vor vier Wochen abgetrieben. Ich wünschte, ich wäre vorher auf diese Seite (www.meinbaby.info, Anm.) gestoßen. Vielleicht könnte ich dann heute mit ruhigem Gewissen in den Spiegel schauen. Ich möchte kurz meine Geschichte erläutern, weil ich hoffe, dass ich so andere Frauen warnen kann.
Eigentlich war ich so lange ich denken kann gegen Abtreibung. Ich hab immer gesagt: "Wenn ich einmal schwanger bin, würde ich, egal was passiert, das Kind behalten." Bis zu dem Tag, an dem ich erfuhr, dass ich schwanger war. Mein Freund hat so verletzend reagiert, dass ich das erste Mal an Abtreibung dachte. Womit ich aber nicht sagen will, dass mein Freund schuld ist. Schuld bin nur ich allein. Ich bin schließlich an dem besagten Tag in die Klinik gefahren. Ich weiß bis heute nicht, warum ich so gehandelt habe. Ich habe fünf Wochen überlegt und bin mir bis eine Minute vorher noch nicht sicher gewesen, was ich tue. Ich glaube es war einfach der einfachste Weg für mich. Und dafür schäme ich mich. Es vergeht kein Tag, keine Stunde und keine Minute, wo ich nicht an mein Kind denke. Ich habe das Gefühl, dass alle Kinder und Babys, die ich jetzt sehe, mich böse angucken. Als ob sie wüssten, was ich getan habe. Und dann denke ich: Mit Recht gucken sie so. Als ich aus der Narkose wach wurde, war mein erster Gedanke so klar wie niemals zuvor: Was hatte ich bloß getan! Ich hab nur noch geweint. Und weine bis heute noch. Ich glaube, das hört nie wieder auf...
Aline, Juni 2003, Quelle: http://www.meinbaby.info
Tamara: Mein Baby wollte keiner, außer mir
Ich bin 21 Jahre alt und habe im März dieses Jahres mein Baby in der neunten Woche abtreiben lassen, weil es keiner wollte, außer mir! Als ich in diesem großen Zimmer aufgewacht bin, kam die Schwester zu mir. Ich fragte sie, ob es vorbei wäre, und in diesem Augenblick rollten die Tränen auf meiner Wange hinunter. Ich wusste, dass es der größte Fehler in meinem Leben war.
Ich hatte danach keine Unterstützung, keiner fragte mich, wie es mir ging! Das tat so weh. Ich musste oft in meine Decke beißen, damit mich mein Lebensgefährte nicht schreien hörte. Und weil er schon eine 2-jährige Tochter hat, die jedes Wochenende bei uns ist, tat es umso mehr weh.
Heute ist der 15. 9. 2005 und ich bin in der siebten Woche schwanger und diesmal nimmt mir keiner mein Baby weg. Jetzt freut sich auch schon die ganze Familie darauf
Tamara, September 2005, Quelle: http://www.meinbaby.info
Lucrezia: Ich habe meinen jüngsten Sohn um sein Geschwisterchen betrogen
Ich machte es mir nicht leicht und habe sehr viel geweint. Mein Lebenspartner wollte kein viertes Kind. Durch die Blume bekam ich mit, dass er mich dann eventuell verlassen würde... Ich hätte mich FÜR mein Baby entscheiden sollen... Mein Körper sagte NEIN, meine Seele sagte JA! Ich weine schon wieder, ich weine nur noch um das Baby, welches ich durch meine Fehlentscheidung niemals kennen lernen konnte, in seiner Einzigartigkeit, in seiner Süße... Auf dem Screening war nur die kleine Fruchtblase zu sehen, aber noch kein Kind darin. Ich war in der vierten Woche. Hätte ich ein Herzchen schlagen sehen, ich hätte den Abbruch nicht machen können. So tröstete ich mich damit, dass es ja noch nichts sei, nur ein Primitivstreifen mit Neuralrinne, ein Trophoblast eben... Selbstbetrug. Im Nachhinein, übelster Selbstbetrug.
Ich fuhr ins Krankenhaus, und brachte die Ausschabung hinter mich. Ich verabschiedete mich von diesem Kind, und erklärte ihm, warum ich es nicht bekommen konnte. Ich bat es um Verzeihung, und wünschte ihm eine gesündere Keimstätte, und eine Familie, wo es genauso geliebt werden würde, wie ich es lieben würde, wenn es da wäre...
Ich wachte wohl auch mit dem Gefühl der Erleichterung aus der Vollnarkose auf. Ich wusste, die Entscheidungsqual war vorbei, und ich wusste, wie mein Leben mit drei Kindern weiterging. Ich hätte genug Zeit für sie und ihre Belange, ich würde selber noch genug Kraft tanken können, um ihnen zu geben, was sie brauchen.
Am Abend jedoch kam dann der Schmerz. Ich wusste, mein viertes Baby kam nie wieder. Ich hatte es aus mir herauskratzen lassen... Das war vor drei Tagen. Seitdem weine ich ununterbrochen. Ich wünschte, ich könnte die Zeit um drei Tage zurückdrehen. Ich würde mein Kind zur Welt bringen, mein kleines Mädchen, ich bin sicher, es wäre ein niedliches kleines Mädchen geworden...
Ich sehe nun, ich habe meinen jüngsten Sohn um sein Geschwisterchen betrogen. Meine beiden Großen albern auf dem Sofa herum, und ich liebe es, ihnen dabei zuzusehen. Das wird der Kleine mit seiner kleinen Schwester nicht können, da sie nicht auf die Welt kommen konnte.
Ich habe meine Seele befleckt, habe mich schuldig gemacht, ein kleines Wesen, welches ein Recht hat auf Leben, getötet zu haben. Ich weiß nicht, ob ich damit leben kann. Ich weiß nur, dass ich es muss. Ich würde es nie wieder tun. Ich würde alle Hilfe in Anspruch nehmen, die ich bekommen könnte, ich würde auf eine Haushaltshilfe bestehen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, irgendwie geht es immer weiter.
Ich wünschte, es wäre noch in meinem Bauch. Wenn ich vor drei Tagen gewusst hätte, was ich jetzt weiß, ich hätte das Krankenhausbett verlassen, und wäre schwanger wieder nach Hause gegangen. Hätte ich es bloß getan...
Wenn mein Bericht auch nur einem ungeborenen Baby hilft, geboren zu werden, dann ist mein schwerster Fehler in meinem Leben nicht umsonst gewesen. Ich kann jede Frau, die in der Zwickmühle ist, nur ermutigen, Mut machen, bekomme dein Baby! Sag ja zu deinem Kind, wenn du im Zweifel bist. Im Zweifelsfalle immer JA zum Kind. Dann bleibt Dir die Seelenqual und die Schuld erspart und ein einzigartiges individuelles Lebewesen hat die Chance, auf die Welt zu kommen. Ich werde mein viertes Kind niemals im Arm halten können, in seine sanften Augen blicken, sein süßes Kindergesichtchen sehen, und es niemals küssen und wiegen können...
Schwangere, die ihr nicht wisst: Quält Euch nicht so wie ich. Bekommt Eure Kinder! Es wird sicher anstrengend, aber es wird euch eine schlimme Leere und tiefste Traurigkeit erspart bleiben... Tut Euch nicht an, was ich mir antat, und verratet Euch nicht selber, so wie ich mich selber – und mein kleines Engelchen – verraten habe...
Lucrezia, Quelle: http://www.pro-leben.de
Sandra (15): Das Thema wurde von meiner Familie totgeschwiegen
Ich habe damals vom Arzt erfahren, dass ich schwanger war. Ich war völlig verzweifelt, hatte meine Schule nicht beendet etc. Ich habe es dann meinem Freund erzählt und er sagte: „Wenn du das Kind behalten möchtest, stehe ich zu dir, und wenn nicht, dann auch.“ Ich bin dann zu einer Beratungsstelle gegangen und habe dort über meine Situation gesprochen. Nach langem hin und her Überlegen hab ich dann den Entschluss gefasst, dieses Kind – Gott hab es selig – nicht zu behalten. Ich war in der achten Woche, als ich mein Kind abgetrieben habe.
Von dem Vorgang weiß ich nicht mehr viel. Außer dass ich in den OP gebracht wurde, Vollnarkose bekommen habe, wieder aufgewacht bin und dass dann alles vorbei war. Oben in meinem Zimmer bin ich dann erstmals ... unter Tränen ... zusammengebrochen. Dann durfte ich nach Hause gehen. Das Thema wurde von meiner Familie totgeschwiegen. Ich habe zwar mit meinem Freund darüber geredet, aber ich hätte auch gerne mit meiner Mum darüber gesprochen. Ich denke irgendwo war es gut. Aber wenn ich dann meinen Sohn, den ich 2 1/2 Jahre später geboren habe, fröhlich und glücklich herum laufen sehe, dann denke ich, dass es doch nicht so gut war, dieses Kind abzutreiben. Irgendwie hätte ich es bestimmt geschafft, meine Schule trotz alledem zu beenden.
Ich denke viel über mein Kind nach, das ich damals abgetrieben habe, und weine auch sehr oft. Aber das gehört nun mal zu meiner Vergangenheit. Wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen. Aber das geht nun mal leider nicht.
Ich sage jedem, der mit mir über dieses Thema spricht: „Mach es nicht! Trage dieses Kind aus, es hat ein Recht darauf zu leben! Und wenn ihr es dann zur Adoption freigebt – aber lasst es leben!!“ Ich weiß, es ist eine schwere Entscheidung, aber ich weiß auch, wie es ist, ein Kind abzutreiben, und das wünsche ich bei Gott keinem. Ich bin nun froh, dass ich dieses so schreiben konnte. Und ich hoffe, dass ich mit meinem Bericht anderen Müttern zeigen kann, dass die Endscheidung ein Kind abzutreiben keine gute Endscheidung ist.
Sandra (damals 15 Jahre alt), August, 2005, Quelle: http://www.pro-leben.de
Anna (21): Warum habe ich nicht auf mein Herz gehört?
Ich bin 21 und habe in der fünften Woche erfahren, dass ich schwanger war. Ich war total geschockt und brauchte einige Zeit, um das zu realisieren. Für mich kam Abtreibung nicht in Frage. Ich wollte das Baby unbedingt behalten. Als ich meinen Freund über die Schwangerschaft informierte, schrie er mich an: Treibe es ab! Wie konnte das passieren? Ich war total fertig. Gerade in so einer Zeit braucht man doch seinen Freund am meisten. Er war nicht für mich da. Er sagte nur immer, ich soll es wegmachen, sonst sei was los. Es war mir egal, was er gesagt oder gedacht hat. Ich wollte es! Doch als ich meinen Eltern sagte, dass ich schwanger war, sind sie ausgeflippt!
Immer und immer wieder stellte ich mir die Frage, wie ich das alles ohne Freund und ohne Familie schaffen sollte?! Ich wollte mein Kind behalten und ich konnte mich doch auch nicht zu einer Abtreibung zwingen lassen. Es war ein Teil von mir und ich liebte es doch. Was sollte ich nur tun? Meine Mutter sagte, wenn ich es behalte, bin ich für sie gestorben. Sie hat einen Termin für eine Abtreibung ausgemacht. Die Abtreibung habe ich letztendlich auch gemacht. Warum?! Warum habe ich so egoistisch entschieden? Warum habe ich nicht auf mein Herz gehört? Ich habe einen schrecklichen Fehler gemacht, für den es keinerlei Entschuldigung gibt. Ich habe Albträume kann nicht mehr richtig lachen, kann mein Kind nicht vergessen! Ich kann nur zu den Leuten sagen, hört auf euer Herz und nicht auf andere Menschen, egal ob Familie, Freunde oder Freund, denn mit dieser Entscheidung musst DU dein ganzes Leben leben!
Anna, April 2008, Quelle: http://www.meinbaby.info
Juliane (29): Zweimal habe ich abgetrieben
Ich werde im Dezember 30 Jahre alt und habe eine fünfjährige Tochter, die ich über alles liebe.
Eigentlich hätte ich schon drei Kinder, aber leider habe ich mich bereits zweimal gegen eine Geburt entschieden. Ich habe versucht, diese Erlebnisse zu verdrängen und irgendwie zu vergessen, doch das Herz schweigt nicht und die Seele vergisst nicht. Heute leide ich an Depressionen, mangelndem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Ich kann meinen Mann nicht lieben und habe ein anormales Verhalten zu meinem Körper und meiner Sexualität.
Ich habe mich entschieden eine Therapie durchzuführen, um das alles aufarbeiten zu können und mich irgendwann vielleicht auch wieder lieben zu können.
Ich kann allen Frauen nur raten: Hört auf die Stimme des Menschen, der da in euch wohnt. Der will, verdammt noch mal, leben und der vergisst euch nie. Schaut auf ihn, nicht auf die äußeren Umstände. Habt Mut, zu ihm zu stehen, daran werdet ihr wachsen. Ich kann das aus eigener Erfahrung heute so sagen, denn mein Herz weint, da ich die Uhr nicht mehr zurückdrehen kann.
Sollte es aber doch nur den Ausweg einer Abtreibung für Euch geben, dann gebt Eurem Kind einen Namen und nehmt Abschied von ihm und trauert, seine Seele hat das verdient.
Juliane, Oktober 2007, Quelle: http://www.meinbaby.info
Jenny: Mit all’ meiner LIEBE hab ich dich unterm Herzen getragen
Verzeih mir, denn ich habe dich nicht gefragt, ob du leben willst.
Ich habe dich nicht gefragt, ob du hier bei mir sein willst.
Und ich habe dich nicht gefragt, ob das Leben für dich lebenswert wäre...
Ich habe einfach für dich entschieden,
und das tut mir leid...
Ich krieg keine Zeilen auf dieses Blatt, wenn ich an dich denke,
dich fühlen will, aber nicht mehr kann,
weil du nicht mehr da bist.
Ich hab am wenigsten Recht zu klagen, aber der Schmerz holt mich immer wieder ein.
Bis zum dem Tag, als ich dich gehen ließ,
hab ich dich mit all’ meiner LIEBE unterm Herzen getragen.
Ich werde dich NIE vergessen und in meinem HERZEN wirst du immer weiterleben.
In ewiger Liebe, deine Mama
Jenny, Jänner 2008, Quelle: http://www.meinbaby.info
Mandy (16): Mein Vater sagte, er bringt es um
Mein Name ist Mandy und ich bin gerade 16 geworden. Ich war mit 15 schwanger, im dritten Monat. Ich liebe Kinder und ich habe mir immer welche gewünscht, dann wurde ich schwanger. Um ehrlich zu sein, als ich das erfahren habe, war ich zum ersten Mal seit dem Tod meiner Mutter wieder glücklich ... Erst dann habe ich verstanden, warum ich weiter leben sollte: für mein Kind. Ich war so glücklich ... es war so ein schönes Gefühl. Klar, ich war erst 15, aber ich habe schon sehr viel durchgemacht, viele Erfahrungen gesammelt und fühlte mich reif für ein Kind. Abtreibung wäre für mich nie in Frage gekommen. Anfangs habe ich meinen kleinen Babybauch versucht zu verstecken aber dann ging es einfach nicht mehr. So hat mein Vater erfahren, dass ich schwanger bin. Ich habe so geweint, wie er mich unter Druck setzte. Er meinte, wenn ich das Kind nicht abtreibe, schmeißt er mich auf die Straße ... oder er bringt es selber um. Es war so schrecklich, ich wollte mein Kind nicht verlieren...
jetzt sitze ich hier in meinem Zimmer, ganz alleine. Ich habe Schmerzen und bin am Ende. Ich habe mein eigenes Kind umbringen lassen, ich musste abtreiben. Mein Herz ist gebrochen. Ich denke den ganzen Tag nur an mein Baby. Wie konnte ich das zulassen? Aber was hätte ich denn machen können? Gott, bitte hilf mir! Ich habe Angst, dass ich nie wieder Kinder kriegen kann. Ich habe solche Angst, ich habe niemanden, mit dem ich über meine Gefühle und über meine Trauer sprechen kann, ich bin allein, das ist mein Schicksal. Gott bestraft mich, weil ich mein Kind umgebracht habe. Meine Gefühle und meine Gedanken schreibe ich auf. Das hilft mir ein bisschen, aber es geht mir schlecht. Ich möchte allen Frauen dieser Welt sagen, dass das, was ich an jenem Tag in der Klinik durchgemacht habe, das Allerschlimmste ist. Ich wünsche es keiner Frau. Aber wie es mir dabei ging, ist eigentlich egal. Schlimmer ist es, wie es meinem Kind dabei ging ... Also hört auf euer Herz und macht niemals denselben Fehler wie ich. Es spielt auch keine Rolle, wie alt ihr seid. Hört auf euer Herz. Jeder Mensch hat ein Recht zu leben. Auch wenn gesagt wird, dass es am Anfang nur ein Zellklumpen sei und kein Mensch. Das ist nicht wahr. Vom ersten Tag an ist es ein Mensch, der ein Recht zu leben hat. Ich z.B. habe es nicht mehr verdient zu leben... Was ich getan habe, war unmenschlich und verantwortungslos, es war ein Fehler, aber die Zeit kommt....
Mandy, August 2004, Quelle: http://www.meinbaby.info
Peter: Die Entscheidung von damals begleitet mich noch heute Tag für Tag
Ich bin einer der „Väter“, die sich zusammen mit der damaligen Partnerin vor mehr als 30 Jahren für eine Abtreibung (in Holland, damals schnell möglich) entschieden haben. Danach zerbrach die Beziehung und machte mich für Jahre beziehungsunfähig.
Die Entscheidung von damals begleitet mich noch heute Tag für Tag...
Peter, April 2008, Quelle: http://www.meinbaby.info
Anika (26): Leider wurde ich immer zum falschen Zeitpunkt schwanger
Ich bin jetzt 26 und habe bereits zwei Abtreibungen hinter mir. Aber nicht, dass ihr jetzt denkt, ich würde keine Kinder lieben... Ich wünsche mir schon seit ich 18 bin nichts sehnlicher als ein Baby - aber leider wurde ich immer zum „falschen“ Zeitpunkt schwanger. Heute, wo ich auch endlich Bilder einer Abtreibung gesehen habe, könnte ich nur noch heulen! Zu oft denke ich an die Tage zurück, an denen ich meine Kinder abgetrieben habe. Meine Tochter wäre jetzt vier, mein Sohn würde bald „normal“ geboren werden. Als ich meinem jetzigen Partner, mit dem ich den Kleinen gehabt hätte, die Bilder einer Abtreibung zeigte, hat er auch nur noch geflennt. Jetzt wünschen wir uns nichts mehr als ein Kind. Abtreibung kommt für mich nie wieder in Frage, denn ich leide noch heute unter den Folgen.
Anika, Jänner 2007, Quelle: http://www.meinbaby.info
Anja: Ein Teil von mir ist gegangen
Vor elf Tagen war mein Abbruch und mir geht es immer schlechter. Diese quälenden Gedanken machen mich echt fertig...
Hier ein Foto von meinem kleinen Sternchen. Ein Teil von mir ist gegangen.
Anja, Mai 2007, Quelle: http://www.meinbaby.info
Sandra (16): Ich habe Angst, niemals mehr Kinder zu bekommen
Ich bin 16 und habe im Januar 2004 abgetrieben. Nun bin ich nervlich total fertig. Ich wollte das Kind, aber wurde von allen Seiten gezwungen, es wegmachen zu lassen. Dafür hasse ich meinen Freund, obwohl wir noch zusammen sind. Ich bin dabei, es zu verarbeiten. Aber vergessen werde ich mein Kind nie. Ich sage nur, egal wie alt man ist, man sollte es behalten. Ich habe Angst, niemals mehr Kinder zu bekommen.
Sandra, Juni 2004, Quelle: http://www.meinbaby.info
Vanessa (26): Frauen! Ich war nicht ich selbst. Ich habe gemacht, was andere wollten
An alle Frauen auf dieser Welt, ich hoffe wirklich von ganzem Herzen, dass dieser Brief gelesen wird, denn das wäre das einzig Positive, was ich aus meiner Abtreibung herausholen kann.
Ich bin 26 und befinde mich für drei Monate in Amerika, um hier ein Praktikum zu machen. Ich habe seit einem Jahr einen Freund, der 30 ist und den ich so liebe wie noch nie jemanden zuvor. Drei Wochen nachdem ich in Amerika ankam, stellte ich fest, dass ich schwanger war und zwar gerade am Anfang. Bis ich den Test machte, hatte ich eigentlich schon die ganze Zeit das Gefühl schwanger zu sein. Ich habe es geahnt, auch wenn es nicht geplant war...
Nun stand ich da, in einer Stadt namens Atlanta, in einem Haus, in dem ich ein Zimmer gemietet hatte – ganz allein – mit dem Test, der mir die Nachricht brachte. Über der Toilette hing ein Spiegel und ich sah mein Gesicht... Erst habe ich gelächelt und dann habe ich geweint. Mein Instinkt war es, mich zu freuen, denn ich sollte ein Baby bekommen von dem Mann, den ich über alles liebe. Aber dann habe ich geweint, denn ich hatte Angst vor der Reaktion der anderen. Und dies war berechtigt, denn was ich mir anhören musste, war nicht was ich mir wünschte: "WAS, jetzt ein Kind?? Ihr seid doch noch nicht lange zusammen. Ihr habt doch nicht genug Geld. Ihr streitet doch so oft. Ihr wohnt ja noch nicht mal zusammen!" Mir war das alles egal. Ich bin eine Kämpferin und wusste, es würde kein Problem sein, all das in den Griff zu bekommen. Doch leider wurde die Kämpferin zu einem schwachen, traurigen Kleinkind, als die Reaktion meines Freundes kam. "Wir sind doch noch nicht bereit für ein Kind. Wir kennen uns noch nicht gut genug, um diesen Schritt zu gehen." Um es kurz zu machen: Alle sagten mir, mach es nicht! Und damit war klar, dass ich abtreiben sollte. Ich habe mich so in all das Gerede hineingesteigert, dass ich – die Frau, die immer gegen Abtreibung war – vorm Computer saß, um Abtreibungskliniken zu finden. Ich dachte, sie hätten alle Recht, hinterher sitze ich noch als allein erziehende Mutter da und keiner will mich. Ich wollte doch auch erst heiraten...
Dann ging es ganz schnell. Am Tag der Abtreibung kam mein Freund für drei Tage aus New York. Ich holte ihn am Bahnhof ab und vier Stunden später saßen wir in der Klinik. Mein Blut wurde getestet, ich musste 350 Dollar bezahlen und man sagte mir, ich sei in der 7. Woche. Ich hatte keine Zeit, meinen Freund noch einmal zu umarmen.
Ich wurde in ein Zimmer gebracht und bekam Valium. Dann bekam ich eine Tablette unter die Zunge gelegt. Ich sollte mich ausziehen und auf einen Stuhl legen. "In 30 Minuten kommt der Arzt", sagte die Schwester. Sie verließ das Zimmer und schloss die Tür. An der Tür hing ein riesengroßer Spiegel, in dem ich sehen konnte, wie ich auf diesem Stuhl lag. Ich habe so gezittert und mir war so kalt. Ich fühlte mich so schlecht, wie noch nie... Ich habe furchtbar geweint und darauf gewartet, dass das Valium wirkt. Aber nichts geschah. Es lief das Radio und ich hörte Liebeslieder. Wo war bitte die Liebe in diesem Moment? Ich habe so geweint, ich war so traurig. Dann kam ein Arzt rein. "OK, es geht jetzt los," sagte er und zog sich Gummihandschuhe an. Ich fragte, ob er der Arzt sei, denn er hatte sich nicht mal vorgestellt. Dann hörte ich so etwas, wie das Geräusch eines Saugers... Ich hatte keine Narkose, ich war voll da, habe alles miterlebt und die Schmerzen... Ich konnte es nicht aushalten. Ich bin immer in meinem Stuhl hoch gerutscht. Die Schwester hielt mich fest. Dann wurde es zuviel. Ich schrie. Mein Körper hat sich so gewehrt, aber man hat mir einfach die Hand vor den Mund gehalten und gesagt "SSSHHHHHHH". Nach einigen Minuten wurde es ruhig und der Arzt sagte, es sei vorbei. Dann kamen die schlimmsten Schmerzen: Mein Bauch blähte sich so auf... ich dachte wirklich ich sterbe. (Der Uterus bläht sich danach auf und geht nach einigen Minuten wieder zurück.) Ich habe so gezittert und geweint. Ich sagte: BITTE LASST MICH NICHT ALLEINE. Den Arzt, den ich in diesem Moment so hasste, bat ich, bei mir zu bleiben und meine Hand zu halten. Ich bat darum, meinen Freund zu sehen, aber das durfte ich nicht. Man bat mich aufzustehen. Ich konnte aber nicht aufstehen. Also haben die Schwestern mich aufgerichtet und mir gesagt, ich solle meine Hose anziehen. Ich stand da und versuchte in meine Hose zu kommen, während die Schwestern am anderen Ende standen und sich Geschichten erzählten. Man bot mir einen Apfelsaft an und ich nahm dankend an, mit zitternden Händen und dem Gesicht voller Tränen. Danach hatte ich die Möglichkeit alleine in einem Zimmer zu ruhen oder ins Wartezimmer zu gehen, um meinen Freund zu sehen. Ich entschied mich für meinen Freund. Als ich das Zimmer betrat, fing er an zu weinen. Ich muss wohl so schlimm ausgesehen haben... Ich bekam noch einige Medikamente mit auf den Weg und dann wurden wir abgeholt...
Frauen!!! Ich war nicht ich selbst. Ich habe das gemacht, was andere wollten, aber es war nicht was ich wollte. Ich war zwar die Person, die auf dem Stuhl lag, aber ich war so beeinflusst. Ich dachte daran, alleine mit einem Kind zu sein und der ganze Mist. Dass es aber MEIN Kind sei, dass ich es über alles lieben würde, weil es ein Teil von mir war, dass es mit keiner Liebe zu einem anderen Menschen vergleichbar sein würde: daran habe ich nicht gedacht. Diese große Liebe war schon da, und zwar von Anfang an. Ich habe das Leben von einem Teil von mir unterbrochen! Damit werde ich immer Leben müssen und ich bereue es so sehr. Alle um mich herum sagen, sie bereuen es aber was bringt mir das?? Mein Baby ist tot! Und ich muss immer daran denken wie ich auf diesem Stuhl saß, bis an mein Lebensende! Ich glaube an Gott und daran, dass alles einen Grund hat. Ich musste das alles so erleben, damit ich euch sagen kann: EGAL WIE DIE UMSTAENDE SIND, MACHT ES NICHT! Es ist unnatürlich und abartig. Sicherlich bin ich an einen sehr unprofessionellen Arzt geraten und war bei vollem Bewusstsein, was in Deutschland nicht passiert. Aber der Ablauf ist immer derselbe, auch wenn ihr dabei unter Narkose seid. Der Körper stellt sich auf ein Baby ein und wir Menschen reißen es wieder heraus! DAS IST NICHT OK UND EINFACH NUR GRAUSAM! Glaubt ihr, dass ihr in dem Moment, wo ihr das Baby seht, noch daran denken werdet, wie es wäre, wenn ein Mann euch wegen des Kindes nicht will? Es ist EUER Kind und der Instinkt einer Frau ist es, dieses zu schützen. Deswegen ist es absolut unmenschlich sein eigenes Kind zu töten... Wenn von hundert Frauen 99 jetzt den Kopf schütteln und eine davon mich versteht, dann konnte ich wenigstens ein Leben retten. Ein Leben, von dem wir heute noch nicht wissen, was Gott großartiges damit vorhat...
Vanessa, September 2005, Quelle: http://www.pro-leben.de